Die Vereinsgeschichte der SpVgg Gerthe 1911 e.V

Die SpVgg Gerthe 1911 e.V. wurde am 05.05.2011 100 Jahre


Bis zur Stilllegung der Schachtanlagen der Zeche Lothringen im Jahre 1967 bestand der überwiegende Teil der aktiven und passiven Mitglieder aus Belegschaftsangehörigen dieses Bergbaubetriebes. Laut Satzung ist Zweck
des Vereins die Förderung des Fußballsports und der Jugend. Das besondere Interesse des Vereins galt und gilt bis zum heutigen Tage der Förderung der heranwachsenden Jugend.

Aus der Geschichte des Gründungsvereins SuS Gerthe 1911 e.V. (Spiel und Sport Gerthe 1911 e.V.)


Der Gründungsverein wurde am 05.05.1911 im Lokal Mönnigs gegründet.
Das älteste Protokoll, das noch vorliegt, ist vom 30.09.1911.
Die Tagesordnung lautete:
1.) Zahlung der Beiträge
2.) Aufnahme neuer Mitglieder
3.) Besprechung über das Sportfest in Gerthe
4.) Verschiedenes

 


Alle Protokolle des SuS Gerthe von 1911 bis 1942 sind noch in einem
Protokollbuch vorhanden.
Das erste Spiel wurde auf einem kleinen Platz an der "Chemischen" der Zeche
Lothringen ausgetragen und mit 4:3 gegen Altenbochum 01 gewonnen.
Die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband erfolgte am 01.06.1912.
Im selben Jahr wurde das Restaurant "Hanholz" zum Vereinslokal gewählt und
bis ins Jahr 1997, somit 85 Jahre lang ohne Unterbrechung beibehalten.
Ebenfalls im Jahr 1912 erhielt der SuS einen geeigneten Platz in der Nähe
von Schacht III.

 

Bei dem großen Grubenunglück am 08.08.1912 auf Lothringen I/II kamen
116 Bergleute ums Leben, darunter die Sportkameraden Rasche und Schnitzer von SuS Gerthe.

 

Im Ersten Weltkrieg ruhte der Spielbetrieb. Er wurde im Januar 1919 wieder aufgenommen. Am 15.09.1920 wurde der Verein beim Amtsgericht Bochum unter der Nummer 120 in das Vereinsregister eingetragen.
An der Schlackenhalde von Schacht V wurde 1919 vom "Gutsbesitzer Wilhelm" ein ca. ein Hektar großes Feld angepachtet. Der Platz wurde im Mai 1921 feierlich eingeweiht. In diesem Jahr wurden 174 Fußballspiele ausgetragen, an denen vier Kampfmannschaften, ein Altherrenteam und vier Jugendmannschaften beteiligt waren. Die wirtschaftliche Notlage hinterließ beim SuS Gerthe von 1922 an erhebliche Spuren. Die erste Mannschaft errang im Jahre 1927 die Meisterschaft in der ersten Gruppe der Gauklasse Bochum/Hattingen. Heinrich Korell wurde ein Jahr später zum Jugendobmann gewählt. Zehn Jahre später wurde ihm der Vereinsvorsitz übertragen.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach, wie in allen Vereinen, die sportlichen Aktivitäten des SuS Gerthe 11. Unmittelbar nach dem Krieg stellte der SuS die beste Kampfmannschaft seiner Vereinsgeschichte. Mit Gerd Harpers, dem späteren Nationalspieler, sowie den Gebrüdern Bothe und Campa verfügte der SuS über exzellente Ballkünstler. Die erste Mannschaft stieg bis in die Industrieliga auf und traf auf so renommierte Mannschaften wie Castrop 02, Lütgendortmund 06, Arminia Ickern, Preussen Wanne, Concordia Bochum, SV Sodingen usw. Die Begegnungen auf der neuen Platzanlage "Am Ehrenmal", auf der heute noch gespielt wird, verfolgten nicht selten 2000 bis 3000 Zuschauer. Nach zahlreichen "Abwanderungen" u. a. zum SV Sodingen, der dann um die deutsche Meisterschaft spielte, folgte der Abstieg bis in die Kreisklasse. Die Jugendmannschaft des SuS Gerthe wurde 1951 Gruppenmeister, dann Kreis - und Bezirksmeister und drang bis ins Endspiel um die Westfalenmeisterschaft vor. In dieser Zeit bestritt diese Jugend auch eine sehr erfolgreiche Englandfahrt mit Spielen gegen Blackpool, Derby County, Leeds und Wakefield.

 

Als diese erfolgreichste Gerther Jugendmannschaft unter der Leitung von Spielertrainer Siegfried Grote mit glanzvollen Siegen aus Spanien zurückkehrte (Spiele gegen Atletico Madrid und Espagnol Barcelona), wurde sie fast komplett in die erste Mannschaft übernommen. Es folgte der sofortige Aufstieg in die Bezirksklasse.
Bis zur Fusion mit dem VfB Gerthe im Jahre 1967 spielte der SuS mit wechselndem Erfolg in der Bezirks - und Kreisklasse.

 

Die Vereinsfarben des SuS Gerthe 1911 waren "Blau - Weiß".

Aus der Geschichte des VfB Gerthe 1919 e.V. (Verein für Bewegungsspiele Gerthe 1919 e. V.)


Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg erhielt der SuS Gerthe im Bochumer
Norden einen Konkurrenten.


Ein Freundeskreis, der sich bisher in einem Musik - und Wanderverein betätigt
hatte, gründete den "Verein für Bewegungsspiele Gerthe - Holthausen 1919".
Bereits drei Monate nach der Gründung wurde der VfB in den Westdeutschen
Spielverband aufgenommen.

 

Das erste Spiel als Mitglied im "WSV" wurde beim SV Bövinghausen 04 ausgetragen. Der VfB spielte zunächst am Castroper Hellweg und später auf dem "Dreist" am Kray. Bereits 1921 entstand dann der Platz an der Holthauser Str. neben der "Leo - Schule". Erfolge und Niederlagen hielten sich bis 1927 die Waage.


Die erste Mannschaft des VfB Gerthe, der Vereinsname war inzwischen geändert
worden, stieg dreimal hintereinander auf und erreichte 1931 die Ruhr - Bezirksliga.
Der VfB spielte gegen so namhafte Vereine wie Röhlinghausen, SV Höntrop,
Gevelsberg, Schwelm, Milspe, TuS Bochum usw. Im Zweiten Weltkrieg bildeten die
im Bochumer Norden führenden Vereine SuS und VfB Gerthe eine
Spielgemeinschaft (1943). Nach dem Krieg wurde die Arbeit wieder getrennt
aufgenommen. Auf Anweisung der Militärregierung begann der SuS als "Blau - Weiß Gerthe" und der VfB als "Grün - Weiß Gerthe". Dem Aufstieg in die Bezirksklasse Industrie (1947) folgte bereits ein Jahr später wieder der Abstieg. Der Wiederaufstieg gelang erst 1964. Der Abstieg in die 1. Kreisklasse war 1966 trotz aller Anstrengungen nicht zu vermeiden.

 

Die Vereinsfarben des VfB Gerthe waren "Grün - Weiß".


Der erste Versuch eine Fusion der beiden Gerther Vereine SuS und VfB herbeizuführen misslang in den 50er Jahren. Die traditionsreichen Vereine schlossen sich am 29.04.1967 zum S.V. Gerthe 1911 e.V. zusammen.

 

Als Vereinsfarben wurden "Blau - Weiß - Grün" gewählt.

Aus der Geschichte des S.V. Gerthe 1911 e.V. (Sportverein Gerthe 1911 e. V.)


Es dauerte bis 1979, bis die wahrscheinlich beste Fußballmannschaft in Gerthe
nach der Fusion 1967 (nach Ansicht des Verfassers bis heute!) in die Bezirksliga 13
aufstieg. Dort spielte die Erste 20 Jahre lang ununterbrochen. Leider musste das
Team in der letzten Saison als S.V. Gerthe 11 (1999) in die Kreisliga A absteigen.
In den Spielzeiten 1967/68 und 1968/69 setzte sich die gute Jugendarbeit des SuS Gerthe fort.

 

Die A-Junioren spielten jeweils um die Kreismeisterschaft gegen den VfL Bochum.
Der S.V. Gerthe 1911 e.V. nahm in der Saison 1998/99, vor der Fusion, mit drei
Seniorenteams, acht Juniorenteams und einer Alte-Herren Mannschaft am
Spielbetrieb teil. Die zweite Seniorenmannschaft sicherte den Klassenerhalt in der Kreisliga B. Der S.V. Gerthe 1911 e.V. hatte 1999 zum Zeitpunkt der Fusion 355 Mitglieder, davon 121 im Juniorenbereich.

Aus der Geschichte des BV Herne - Kray 1949 e. V.


Im Jahr 1949 wurde aus den Straßenclubs "Unter - Kray" und "Ober - Kray" ein ordentlich lizensierter "BV Herne - Kray", der sich dem WSV anschloss. Er übernahm in der Kreisklasse in Herne die Rolle des "Hechtes im Karpfenteich". Es war selbstverständlich dass alles, was "auf dem Kray" wohnte und vom Fußball etwas verstand, sich dem Ballspielverein anschloss. Der "Kray" ist eine Straße, auf Herner Stadtgebiet, direkt angrenzend an Bochum (Gerthe). Der BV Herne - Kray spielte 29 Jahre in der Kreisliga A und B. Obwohl der Club ein Herner Verein war, gehörte er von der Lage seines Platzes nie richtig zu Herne.

 

Lokalderbys, ohne die ein kleiner Verein nur schwer existieren kann, gab es nicht. Die Vereinsfarben des BV Herne - Kray waren "Rot - Weiß". 1978 wechselte der Verein ohne sportliche Rückstufung (Kreisliga B) nach Absprache der beiden Fußballkreise als Rot - Weiß Gerthe 1949 in den Fußballkreis Bochum.

Aus der Geschichte des Rot-Weiß Gerthe 1949 e.V.


Rot - Weiß Gerthe stieg bereits nach zwei Jahren beim Fußballkreis Bochum (Saison 1979/80) in die Kreisliga A auf. Zwei Jahre später gelang der Aufstieg in die Bezirksliga 13, wo man mit einjähriger Unterbrechung (Saison 1986/87) insgesamt fünf Jahre spielte. Rot - Weiß Gerthe 1949 e.V. nahm in der Spielzeit vor der Fusion 1999 mit zwei Seniorenmannschaften am Spielbetrieb teil. Mit der ersten Mannschaft wurde schon frühzeitig der Klassenerhalt in der Kreisliga B gesichert. Jugendarbeit wurde in dem Verein schon über einen längeren Zeitraum nicht mehr betrieben.

 

Im Fusionsjahr konnte Rot-Weiß Gerthe sein 50-jähriges Bestehen feiern. Zum Zeitpunkt der Fusion gab Rot-Weiß Gerthe 112 Mitglieder an.

Aus der Geschichte des FC Azzurri Gerthe 1974 e.V.


Der FC Azzurri Gerthe 1974 schließlich war ein typischer "Zuwandererverein", der 25 Jahre, bis zur Fusion 1999, auf derselben Platzanlage wie der S.V. Gerthe 1911 Fußball spielte und lange Zeit überwiegend, mit aus Italien stammenden Sportfreunden antrat.

 

Die Azzurris waren ein Paradebeispiel für derartige Clubs, die sicher auch ein Stück "Ruhrgebietstradition" sind. Die Azzurris spielten im Seniorenbereich in der Kreisliga B und C. Größte sportliche Erfolge waren die Aufstiege in die Kreisliga B 1978/79 und 1984/85. In den Spielzeiten 1987/88 und 1994/95 wurde in den Aufstiegsrunden der Aufstieg in die Kreisliga A jeweils knapp verpasst. FC Azzurri Gerthe 1974 e.V. hatte in seiner letzten Saison zwei Senioren - und fünf Juniorenteams. Die erste Seniorenmannschaft stieg aus der Kreisliga B ab. Azzurri konnte im Fusionsjahr sein 25-jähriges Bestehen feiern. Der Verein stand in den Jahren seines Bestehens für eine sehr gute breitensportorientierte Jugendarbeit. FC Azzurri Gerthe gab zum Zeitpunkt der Fusion 179 Mitglieder, davon 79 im Juniorenbereich an.

 

Die Vereinsfarben des FC Azzurri Gerthe waren "Blau - Weiß".

Die Fusion zur SpVgg Gerthe e.V. (Spielvereinigung Gerthe e. V.) im Jahr 1999


1999 kam es zur Fusion der Gerther Fußballvereine S.V. Gerthe 1911 e.V., FC Azzurri Gerthe 1974 e.V. und Rot Weiß Gerthe 1949 e.V. In Gerthe hatte man zu diesem Zeitpunkt erkannt, dass bei dem veränderten Freizeitverhalten, sowie einer hohen Fußballvereinsdichte im Bochumer Norden und immer weniger Mitarbeitern in den Vereinen, eine Bündelung der Kräfte sinnvoll wäre. Die Zusammenarbeit im neuen Vorstand funktionierte aber nicht optimal. Das Hauptspielfeld "Am Ehrenmal" wurde durch die Stadt Bochum mit hohem finanziellem Aufwand (570.000 DM) in einen modernen Kunstrasenplatz umgebaut und im September 1999 fertiggestellt. Diese Umbaumaßnahme verschaffte dem Verein zu diesem Zeitpunkt einen großen Vorteil an Attraktivität gegenüber anderen Vereinen. Es war erst der zweite Kunstrasenplatz in Bochum. In der ersten Spielzeit der SpVgg Gerthe 1999/2000 traten vier Seniorenmannschaften (1 x Kreisliga A, 2 x Kreisliga B, 1 x Kreisliga C) und elf Juniorenteams an. In der Saison 2001/2002 stieg die erste Mannschaft nach Relegationsspielen aus der Kreisliga A ab. Die zweite Mannschaft stieg ebenfalls nach Relegation aus der Kreisliga B ab. Sicherlich ein Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte.

 

2003/2004 stieg die Erste dann wieder in die Kreisliga A auf. In der Saison 2006/2007 stieg die Erste sogar in die Bezirksliga auf. Leider teilte der Verband die Mannschaft in die Bezirksliga 15 mit überwiegend Dortmunder und Castroper Vereinen ein, während fast alle anderen Bochumer Bezirksligisten in der "vertrauten" Bezirksliga 13 spielten. Man erreichte 2007/2008 frühzeitig den Klassenerhalt. 2008/2009 war die SpVgg schließlich der einzige Bochumer Club in der ungeliebten Gruppe 15. Dieser Umstand und fehlende Derbys hatten sicher auch mit dem Abstieg in die Kreisliga A zu tun. In der vergangenen und der laufenden Spielzeit ist die erste Mannschaft in der Spitzengruppe der Kreisliga A zu finden.

Aus der Geschichte des FC Lothringen Gerthe 2000 e.V.


Da die Zusammenarbeit im neuen Vorstand der SpVgg nicht so funktionierte, wie es sich ältere, lange vereinsverbundene Spieler vorstellten, gründete sich der FC Lothringen Gerthe 2000. Der neue Verein stieg in seiner ersten Saison 2000/2001 in die Kreisliga B auf. 2003/2004 schaffte der FC Lothringen den Aufstieg in die Kreisliga A. 2005 trat der FC Lothringen wieder der SpVgg Gerthe bei. Sehr gelungen war die Namensgebung mit Bezug zur Bergbautradition der Region und der ehemaligen Gerther Zeche Lothringen.

Ergänzung des Vereinsnamens um das Gründungsjahr 1911 im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums


In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21.05.2010 wurde die Ergänzung des Vereinsnamens um das Gründungsjahr 1911 im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums beschlossen.


Jugendarbeit in der SpVgg Gerthe 1911 e.V. (Spielvereinigung Gerthe 1911 e.V.)

 

Besonders stolz ist der Verein, wie bereits eingangs erwähnt, auf seine Jugendarbeit. Seit der Fusion 1999 sind durchgehend alle Altersgruppen, abgesehen von einer Mädchenmannschaft besetzt. Das können in der heutigen Zeit sicher nur noch wenige Vereine aufweisen. Durch die Veranstaltung "Kinderfußballwerbetag", wird seit 1990 sehr gute Werbung für den Jugendfußball im Bochumer Norden betrieben.


Aktuelle Situation:


Der Verein stellt zwei Seniorenmannschaften und neun Jugendteams. Aktuell hat der Verein 314 Mitglieder (169 Senioren - und 145 Juniorenmitglieder)

 

Die Vereinsfarben der SpVgg Gerthe 1011 e.V. sind "Blau und Weiß"

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